Inhalt
2009
Mauerfall Info-Box
Hörfilm Berlin: Die Filmstadt-Tour für Blinde und Sehbehinderte
Bezirkskonferenz Pankow in der Brotfabrik am Caligariplatz
Besuch im Museum "Blindenwerkstatt Otto Weidt"
9. ElternCafé zum Thema Persönliches Budget
5. Pankower Jugendkonferenz
Autismus-Tag in Plauen
Info Veranstaltung zu AuReA in der Comeniusschule
Friedrichshainer Kolloquien
16. Autisten-Fachkräfte-Treffen im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Grundsteinlegung: Erste barrierefreie Jugendherberge in der Wuhlheide
Fachtagung im Roten Rathaus: Gesunde Lebenswelten im Quartier
Elternzentrum Berlin e.V.: Elterncafe zum Thema Autismus und Erwachsenwerden
ueber Macht: Festivaleröffnung im Kino International
2008
Nachbetrachtung und Ausblick zum 14. Kongress "Armut und Gesundheit"
2009
Mauerfall Info-Box
Zur Jubiläumsfeier des 20. Jahrestages des Berliner Mauerfalls steht am Potsdamer Platz eine rote Infobox, die mit Bildern die Stadtentwicklung der letzten 20 Jahre dokumentiert.
Auf der Infobox gibt es eine Fläche, die der Aussichtsplattform nachempfunden wurde, wo vor 20 Jahren Touristen und Berliner den Blick über die Mauer mit dem Niemansland überschauen konnten (sehen Sie ein Originalfoto von 1989, Quelle: Zwischenzeit DDR). Der Ausblick geht über die Potsdamer Straße, mit guten Augen sieht man die Seitenansicht des Brandenburger Tors.
Die rote Box zieht im Laufe des Jahres zum Hauptbahnhof und dann zum Pariser Platz weiter.
Ganzjährig finden in Berlin zum 20. Jahrestag des Mauerfalls Veranstaltungen statt. Sie finden die Termine unter:
Internet: www.mauerfall09.de
Bild und Text: Stefan Schulz (12.05.2009), Mobidat
Hörfilm Berlin: Die Filmstadt-Tour für Blinde und Sehbehinderte
Presse-Einladung vom 21.04.2009
Das noch junge Projekt von Frau Karina Krawczyk "HÖRFILM BERLIN TOUR, Filmstadt-Berlin/Sightseeing mit Filmgeschichte(n)", bietet speziell für blinde und sehbeeinträchtigte Besucher ein besonderes Programm an:
In Zusammenarbeit mit dem Modellpark Berlin-Brandenburg, in der Berliner Wuhlheide im Bezirk Treptow-Köpenick, haben sehbeeinträchtigte und blinde Besucher die Möglichkeit, detailgetreue Nachbauten von Berliner Sehenswürdigkeiten, insbesondere von denen, wo Berliner Filmgeschichte geschrieben wurde, abzutasten, um so einen Eindruck von dem Ort des Filmgeschehens und deren Wahrzeichen zu bekommen.
Zum Beispiel seien Billy Wilders Filme genannt, wo die Szenarien am U-Bahnhof Wittenbergplatz (Emil und die Detektive) oder das Brandenburger Tor (Eins, Zwei, Drei mit Horst Buchholz) ertastet werden können. Sämtliche Modelle des Modellparks sind im Maßstab 1:50 oder 1:25 gefertigt worden.
Die Veranstaltung wird außerdem mit spannenden Produktionsgeschichten, akustischen Hörfilmausschnitten (U-Bahnhof Wittenbergplatz), mit einem Cola Getränk (Brandenburger Tor in Bezug auf Eins, Zwei, Drei) oder auch mit Spreewälder Gurken vor dem jeweiligem Modellbau begleitet.
Die Gäste bekommen so einen konkreten Eindruck von den Filmkulissen, wie Billy Wilder, Arthur Brauner oder Tom Tykwer sie in ihren weltbekannten Kinofilmen nutzten.
Die Filmstadt Berlin plant zukünftig zudem noch weitere Touren in Berlin, unter anderem Fahrten durch die Stadt.
Frau Karina Krawczyk möchte mit diesem Projekt die bekanntesten Berlin-Filme all jenen näherbringen, die sonst nur auf "Hören Sagen" angewiesen sind.
Hier geht es zur Filmstadt-Homepage
Bilder und Text: Stefan Schulz (22.04.2009), Mobidat
Bezirkskonferenz Pankow in der Brotfabrik am Caligariplatz
Besuch der Bezirkskonferenz vom Donnerstag, 02.04.2009 in Berlin (Pankow)
In der Brotfabrik (Karte) drehte sich unter dem Titel "Lebensentwürfe von Menschen mit geistiger Behinderung im Alter - Eine Herausforderung für Hilfesysteme und den Stadtteil" alles um ausgewählte Teilergebnisse des Forschungsprojektes "Kundenstudie - Unterstütztes Wohnen in Berlin". Interessierte waren und sind eingeladen, sich aktiv an der Diskussion zum Projekt und auch später in der Stadtteilarbeit zu beteiligen.
Das Forschungsprojekt stellte die Leiterin des Frau Prof. Dr. Seifert von der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin KHSB vor. Hauptziel der "Kundenstudie" ist es , Impulse zur Stärkung der Teilhabechancen im Wohnumfeld zu geben. Dabei stellen sich die zwei wesentlichen Fragen "Welche Angebote gibt es für Menschen mit geistiger Behinderung in Pankow?" und "Wie werden diese Angebote unterstützt?".
Zielgruppe der Studie sind Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen, der sich auf §1 des SGB IX "Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft" bezieht. Es zeigte sich, dass in der gesellschaftlichen Diskussion Wohnangebote für Menschen mit Behinderung nicht ausreichend berücksichtigt.Schwerpunkte der noch laufenden Untersuchung sind die aktuelle Versorgungssituation, die gegenwärtige Entwicklung, sowie eine Bedarfsanalyse für die Zunft. Ein weiterer Schwerpunkt der Studie ist das Thema "Alt werden mit Behinderung".
Die stadtteilbezogenen Praxisprojekte "Leben im Quartier" sind abgeschlossen. Es wurden bezirksbezogene Abschlussveranstaltungen mit allen Beteiligten, den Menschen mit Behinderung, den Angehörigen beziehungsweise Betreuern und den Studierenden, in Tempelhof-Schöneberg, Pankow und Marzahn-Hellersdorf durchgeführt. Dabei wurde das Wohnumfeld zusammen mit 22 Personen mit unterschiedlicher Behinderung und Behinderungsgrad analysiert. Aus Gespräche über persönlich bedeutsame Kontakte früher und jetzt wurde eine "Persönliche Teilhabekarte" entwickelt wurde. Pro Person wurde auch eine sogenannte "Kiezkarte" anhand der Vorlieben bei Spaziergängen bei alltäglichen Besorgungen erstellt. Für blinde Personen stellte man je ein Hörbuch zusammen. Dabei wurde auch nach Wünschen für Freizeitgestaltung, Bildung und Arbeit gefragt.
Nach dem Vortrag wurden Arbeitsgruppen gebildet, die ihre überaus interessanten Ergebnisse am Ende der Veranstaltung präsentierten. So wurde beispielsweise in der Arbeitsgruppe "Stärkung der Teilhabechancen – Ressurcencheck" festgestellt, dass die Integration von älteren Menschen mit geistigen Behinderung im Bezirk Pankow noch nicht optimal ist.
Es wurden Ideen und Ansätze zu den Fragen "Wie können ältere Menschen mit geistiger Behinderung aktiv am Leben im Stadtteil teilhaben?", "Wo sind Vernetzungen möglich?" entwickelt.
Das Forschungsprojekt "Kundenstudie" wird im Juli 2009 abgeschlossen.
Zu erwarten sind fundierte Erkenntnisse und Impulse zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Behindertenhilfe-Strukturen im Bereich Wohnen für Menschen mit geistiger und multipler Behinderung.
Gelegenheit zur Diskussion und dazu, das Projekt "Kundenstudie" näher kennen zu lernen, gab es im April 2009 im Bürgerhaus Südspitze.
Im Oktober 2009 findet im Rathaus Schöneberg Berlin eine Fachtagung "Unterstütztes Wohnen im Gemeinwesen der Zukunft - Die Fachtagung zur 'Kundenstudie'" statt.
Unterstützendes Wohnen im Gemeinwesen der Zukunft
Fachtagung zur "Kundenstudie"
Veranstaltungsort:
Rathaus Schöneberg
John-F.-Kennedy-Platz (Karte)
10825 Berlin
Termin: 8. Oktober 2009, 9 bis 18 Uhr
Teilnahmebetrag: 130 Euro
Frühbucher: 100 Euro (bei Buchung bis 30. Juli 2009)
Infos und Anmeldung unter der Nummer 0 30 / 29 34 13 28 oder per E-Mail fachtagung@verein-die-reha.de
Mehr Informationen zur Tagung finden Sie auf der Seite des Veranstalters.
Veranstalter: Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) in Kooperation mit dem PARITÄTISCHEN Landesverband Berlin e.V.
Organisation: Verein für Rehabilitation Behinderter e.V.
Die Kundenstudie wird unterstützt von AKTION MENSCH.
Mehr zur Studie finden Sie auf der Seite der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin KHSB:
www.khsb-berlin.de
Text: Mirko Hübner, Kurt Lettmaier (03.04.2009; geändert und ergänzt 23.06.2009), Mobidat
Bild: Kurt Lettmaier
Besuch im Museum "Blindenwerkstatt Otto Weidt"
Führung vom Freitag, 20.03.2009 in Berlin (Mitte)
Das Museum erzählt die Geschichte der Blindenwerkstatt des Kleinfabrikanten Otto Weidt, einem der vielen "unbesungenen Helden", der hier während des Zweiten Weltkrieges hauptsächlich blinde und gehörlose Juden zur Herstellung von Besen und Bürsten beschäftigte.
Das liebevoll eingerichtete, kleine Museum findet man über den Eingang mit Rundbogen in der Rosenthaler Straße 39 in der Nähe des S-Bahnhofs "Hackescher Markt". Im Kopfstein-bepflasterten Hinterhof, der wie eine kleine Gasse wirkt, und der zum Gelände der "Hackeschen Höfe" gehört, kann das im 1. Stock gelegene Museum über einen rollstuhlgerechten Fahrstuhl oder über eine Treppe erreicht werden.
Oben angekommen betritt man die Räume des Museums und findet im ersten Raum Infomaterial und einen betastbaren Grundriss der ehemaligen Werkstatt. Hier können sich Blinde am Empfang Kopfhörer borgen. Deren Kabel kann man an den Schaukästen anstecken. So lassen sich nach dem Drücken entsprechender Tasten alle Geschichten zu den Ausstellungsstücken anhören, die von anderen auf großen, an den Wänden hängenden Plexiglasscheiben gelesen werden können. Auch sind die Kurzerklärungen zu Fotos, Briefen, Behördenschreiben an allen Vitrinen in Braille-Schrift ertastbar.
In allen Räumen sind die Türflügel entfernt. Nur in den hinteren drei Räumen wurden - wahrscheinlich der Authentizität wegen - die in Berliner Altbauten üblichen Türschwellen belassen. Mit etwas Hilfe sollte aber jeder Rollstuhlfahrer dorthin vordringen können. Ebenso sind überall ausreichend Sitzmöglichkeiten vorhanden. Die Vitrinen sind unterfahrbar. Auch an eine rollstuhlgerechte Toilette im Parterre wurde gedacht. Nicht umsonst hat das Museum das Signet barrierefrei erhalten. Einziges kleines Manko ist - wie bereits erwähnt - das Kopfsteinpflaster.
In zweien der Räume findet man Touchscreen-Monitore mit interaktivem Menü. Dort können Biografien einzelner Personen und andere Hintergrundinformationen zur Geschichte der Werkstatt abgefragt werden.
Im zweiten Raum wurden exemplarisch ein paar der ehemaligen Arbeitsplätze aufgestellt. Kleine Holztischchen mit Geräten zur Herstellung der Bürsten und Besen und je einem Bänkchen davor. Im Raum am Ende der Werkstatt befindet sich ein als Schrank getarnter Durchgang zum letzten Zimmer, das damals als Vesteck diente.
Auch sollte man einen Blick in den kleinen Raum links hinter dem Fahrstuhl werfen. Dort sind Kinderzeichnungen aus Ghettos und Lagern des dritten Reichs ausgestellt.
Mehr zur Geschichte der Werkstatt und der Ausstellung "Blindes Vertrauen" finden Sie auf der Homepage des Museums, die im Moment überarbeitet wird und im Museumsführer auf Berlin.de.
Sehr lesenswert ist auch der Bericht von Theresa Henning auf Berlinstory.de. Sowohl dort als auch auf der Webseite der Gedenkstätte Deutscher Widerstand kann auch Literatur zum Thema bestellt und als PDF heruntergeladen werden.
Text: Kurt Lettmaier (24.03.2009), Mobidat
Bild: von der Webseite des Museums
9. ElternCafé zum Thema Persönliches Budget
Veranstaltung vom Mittwoch, 18.03.2009 in Berlin (Pankow)
Für den Themennachmittag zum Persönlichen Budget waren zwei Mitarbeiter vom Sozialamt Pankow und eine Fachkraft des Vereins Soziale Dienste e.V. geladen, die konkrete Fragen bezüglich Antragstellung und Verfahrensweisen bei Kindern und jungen Erwachsenen aus dem autistischen Spektrum beantworteten.
Hier eine Auswahl wichtiger Aspekte, die an diesem Nachmittag angesprochen wurden:
Trotz der Einführung des Persönlichen Budgets bleiben die Rahmenbedingungen der Sozialgesetzgebung weiter in Kraft. Die Neuerung betrifft nur die Form der Leistung, die nun auch selbstverantwortlich zur Abdeckung des regelmäßigen Bedarfs eingesetzt werden kann.
Der Antragsteller tritt gegenüber den Trägern quasi als Arbeitgeber auf und hat somit Wahlfreiheit, wofür die bewilligten Geldmittel verwendet werden können. Die Politik verspricht sich davon, dass mehr Druck auf die Anbieter sozialer Leistungen ausgeübt werden kann, damit diese ihr Angebot flexibler gestalten. Dadurch soll gewährleistet sein, dass soziale Leistungen nur nach Bedarf - auch Träger-übergreifend - eingekauft werden.
Auf der anderen Seite sind diese neuen Freiheiten für die Leistungsempfänger mit mehr Arbeit und Verantwortung verbunden. Die Antragsteller müssen selbstständig die Angebote einholen und die Konditionen mit den Trägern aushandeln. Viele Träger sozialer Dienste haben ihr Angebot noch nicht dahingehend flexibilisiert. Auch gegenüber dem Sozialamt muss Rechenschaft abgelegt werden: Stimmen die beantragten Leistungen mit den Eingekauften überein und rechtfertigt die Qualität der Leistungen den Geldeinsatz?
Bemängelt wurde von den anwesenden Eltern, dass soziale Träger für Menschen im autistischen Spektrum keine oder nur sehr unzureichende Angebote zur Verfügung stellen. Es wurde die Hoffnung geäußert, mit Hilfe des Persönlichen Budgets in Eigeninitiative diesen Mangel beheben zu können.
ElternCafés finden alle zwei Monate zu verschiedenen Themen statt.
Hier noch ein paar Links zum Thema:
Auf unserer Webseite hier...
Elternzentrum Berlin e.V.: www.elternzentrum-berlin.de
Hauptschwerbehindertenvertretung: www.berlin.de
Text: Mirko Hübner (19.03.2009), Mobidat
5. Pankower Jugendkonferenz

- Foto zeigt Eingang Pfefferberg, Foto: Mobidat, Thomas Williams
"Aus den Kinderschuhen heraus gewachsen! - Jetzt mit Siebenmeilenstiefeln unterwegs?"
Im 5. Jahr seit Inkrafttretens des SGB II wollte das Jobcenter Berlin Pankow gemeinsam mit Fachleuten aus dem "Fördersystem u25" und weiteren Akteuren der Netzwerkpartner bei der Beratung und Betreuung erwerbsfähiger Hilfebedürftiger unter 25 Jahre beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf Resümee ziehen und Perspektiven in der weiteren Kooperation aufzeigen.
Die 5. Pankower Jugendkonferenz begann mit einem Filmbeitrag von Pankow-TV. Exemplarisch wurde ein Ausschnitt über einen Jugendlichen gezeigt, welcher gerade mit der Schule fertig wurde und keinerlei Zukunftsperspektiven sah. Im Anschluss begrüßte Frau Christine Alms (stellvertretende Geschäftsführerin des Jobcenters Pankow) die Teilnehmer und eröffnete die Veranstaltung. Danach wurde von Herrn Axel Stein (Geschäftsführer des Jobcenters Pankow) ein Grußwort gehalten. Anschließend erörterten Frau Alms und ihre Mitarbeiter ein ausführliches Resümee über die Vergangenen Jugendkonferenzen seit 2005.
Desweiteren konnten Ausblicke auf das Jahr 2009 geworfen werden. Dabei wurden Grundlagen- und Gesetzesänderungen geschildert, sowie einige Möglichkeiten genannt, wie man den Jugendlichen beim Nachholen des Schulabschlusses und beim Vermitteln in eine Berufsausbildung besser helfen könne.
Es folgte eine Podiumsdiskussion, an der Frau Alms, Herr Hieb, Frau Geschwandtner (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung / Schulaufsicht Pankow), Frau Christine Keil (Bezirksstadträtin Abt. Jugend und Immobilien) und Herr Dr. Michail Nelken (Bezirksstadtrat Abt. Kultur, Wirtschaft und Stadtentwicklung teilnahmen. Frau Christina Gottschlick (Geschäftsleiterin der Agentur für Arbeit Pankow) wurde dabei von ihrer Assistentin Frau Schalow vertreten.
Das Schlusswort hielten noch einmal die einzelnen Teilnehmer der Podiumsdiskussion.
Bild und Text: Thomas Williams und Stefan Schulz (19.03.2009), Mobidat
Autismus-Tag in Plauen
Veranstaltung vom 14.03.2009 in Plauen (Vogtland)
Aus Anlass des ersten selbstorganisierten Autismus-Tages in der "alten Feuerwache" wurden drei Vorträge gehalten, die sich mit verschiedenen Aspekten des Asperger-Syndroms beschäftigten.
Jan Kremkow beschäftigte sich mit dem Thema "Spezialinteressen anhand von Beispielen bekannter Autisten". Im Anschluss stellte Hajo Seng einen Projektplan zur Schaffung von Jobs für Menschen aus dem autistischen Spektrum in Hamburg vor. Zum Abschluss legte Sebastian Dern die sogenannte Monotropismus-Hypothese dar, die einen Erklärungsansatz für die Tendenz zu selektiver Wahrnehmung innerhalb des autistischen Spektrums liefert.
Nach den jeweiligen Redebeiträgen wurde intensiv über die Thematik diskutiert. Insbesondere das Thema Arbeit und Teilhabe an der Gesellschaft stand auch in Zusammenhang mit der Anfang des Jahres auch in Deutschland in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention im Focus des Interesses. Im Anschluss an die Veranstaltung konnten beim gemeinsamen Grillen die Kontakte vertieft werden.
Text: Mirko Hübner (17.03.2009), Mobidat
Info Veranstaltung zu AuReA in der Comeniusschule
Veranstaltung vom Donnerstag, 12.03.09 (Berlin)
AuReA ist ein Projekt der SALO Bildung und Beruf GmbH mit dem Ziel, Menschen aus dem Autismusspektrum den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Neben den bereits bestehenden Standorten Neumünster, Magdeburg, Ludwigshafen und Köln soll demnächst auch eine entsprechende Rehamaßnahme in Berlin etabliert werden.
Die Projektentwicklerin Frau Holtze hob während ihres Vortrags hervor, dass durch einen modularen Ansatz gezielt auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Teilnehmer eingegangen werden kann. Im Basismodul stehen nach Angaben der Referentin soziales Kompetenztraining, die Entwicklung eines Kompetenzprofils und die Herausarbeitung der Interessen im Vordergrund. Anschließend besteht in der nächsten Phase durch betriebliche Praktika die Möglichkeit, sich in den herausgearbeiteten Berufsfeldern auszuprobieren.
Für die Teilnahme an der Rehamaßnahme, die bei den anwesenden Eltern ein positives Echo fand, ist eine Autismus-Spektrum-Diagnose unbedingte Voraussetzung.
Internet: www.salo-ag.de; www.comenius.cidsnet.de
Text: Mirko Hübner (17.03.2009), Mobidat
Friedrichshainer Kolloquien
Am Dienstag, 10.03.2009 fand in den Räumen des IMEW eine Veranstaltung zum Thema "Gesellschaftliche Stellung behinderter Menschen" statt.
Nach einigen einleitenden Worten von der Institutsleiterin Frau Dr. Katrin Grüber wurden zwei Vorträge gehalten. Herr Prof. Dr. Johannes Eurich von der Universität Heidelberg setzte sich in einen Vortag mit dem Titel "Gerechtigkeit für Menschen mit Behinderung: Ethische Reflexionen und sozialpolitische Perspektiven" kritisch mit den Personenbegriff der Disability Studies und des Liberalismus auseinander.
Aufgrund der herausgearbeiteten Schwächen beider Konzepte, sah der Vortragende eine Alternative in einer grundlegenden Analyse der Logik und "Konkretisierung der anthropologischen Voraussetzung". In seiner gleichnamigen Habilitationsschrift geht er umfassender auf das Thema ein.
Nach der anschließenden Diskussion folgte ein weiterer Vortrag mit dem Titel "Behinderung und Menschenrechte" von Dr. Sigrid Graumann (Universität Oldenburg). Die Dozentin erörterte menschenrechtstheoretische Fragen und Probleme sozialer Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der UN- Behindertenrechtskonvention, die zu Anfang dieses Jahres in Deutschland umgesetzt wurde.
Text: Mirko Hübner und Thomas Williams (11.03.2009), Mobidat
16. Autisten-Fachkräfte-Treffen im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung
Das Thema der Veranstaltung vom Donnerstag den 05.03.2009 war "Mit Hilfe des Züricher Ressourcen Modell die eigene persönliche Zukunft planen und erleben".
Carsten Donath, Theater- und Heilpädagoge, stellte in seinem Vortrag ein Konzept zur aktiven Lebensgestaltung für Menschen im Autismus-Spektrum vor. Er ging in seinem Vortrag insbesondere auf die Notwendigkeit ein, die Teilnehmer individuell und gleichberechtigt in den Planungsprozess einzubinden ("Diskutieren auf Augenhöhe").
Folgenden Fragen soll dabei nachgegangen werden:
- Worin bestehen Ihre Stärken?
- Wie möchten Sie leben?
- Wobei benötigen Sie Unterstützung?
- Wovon träumen Sie?
- Welche Schritte sind nötig, um Ihr Ziel zu erreichen?
Des weiteren wurden kurz verschiedene Konzepte vorgestellt, die diesen Prozess unterstützen sollen, wie etwa die Erstellung persönlicher Notfallkoffer, Einbindung von Bezugspersonen und die Entwicklung eines individuellen Stärkeprofils.
Nach der Präsentation wurde intensiv über Probleme bei der Einbindung von Menschen im Autismus-Spektrum in den ersten Arbeitsmarkt diskutiert. Viele Asperger-Autisten sind aufgrund ihrer ausgeprägten intellektuellen Fähigkeiten in Behinderten-Werkstätten unterfordert. Dem gegenüber sind sie den hohen Anforderungen an soziale Kompetenz, Flexibilität und Teamfähigkeit der modernen Gesellschaft oft nicht gewachsen.
Darüber hinaus wurde die Frage aufgeworfen, inwieweit man vor dem Hintergrund noch weit verbreiteter Vorurteile bezüglich Menschen im Autismus-Spektrum ein Comming-Out am Arbeitsplatz gewagt werden kann. Dies soll auch ein Thema eines der nächsten Veranstaltungen sein.
Fachkräftetreffen finden in unregelmäßigen Abständen im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung statt.
Link zum Institut: www.mpib-berlin.mpg.de
Link zu Aspies e.V.: www.aspies.de
Text: Mirko Hübner (06.03.2009), Mobidat
Grundsteinlegung: Erste barrierefreie Jugendherberge in der Wuhlheide

- Die Bezirksbürgermeisterin und Vertreter der Kooperationspartner bei der Grundsteinlegung
Anlässlich des 100. Geburtstags des Deutschen Jugendherbergsverbands und der 800 Jahrfeier von Köpenick wurde am 12. Februar 2009 der Grundstein für die erste barrierefrei geplante Jugendherberge gelegt. Anwesend waren zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft, wie zum Beispiel die Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler von Treptow-Köpenick und der Bundestagsabgeordnete Steffen Reiche.
Auf dem Gelände des Freizeit und Erholungparks Oberschöneweide (FEZ) soll ein 150-Betten-Haus entstehen, welches voraussichtlich im Sommer 2010 fertig gestellt sein wird. Als Baukosten wurden 3,3 Millionen Euro veranschlagt.
Bisher wurden Jugendherbergen nur nachträglich behindertengerecht umgebaut. Steffen Reiche fasste in seiner Rede demgegenüber das zentrale Ziel des Projekts wie folgt zusammen: "Die Gesamtkonzeption war von Beginn an auf die Unterbringung und Integration mobilitätseingeschränkter Gäste ausgerichtet. Wir wollen hier ein Umfeld schaffen, in dem Gemeinschaft erlebt werden kann – ohne Einschränkung.". Ein Teil der dort entstehenden 11 Arbeitsplätze soll auch von Menschen mit Behinderungen besetzt werden.
Eine Kurzübersicht und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier.
Bild und Text: Mirko Hübner und Thomas Williams (13.02.2009), Mobidat
Fachtagung im Roten Rathaus: Gesunde Lebenswelten im Quartier
Die Krankenkassen und die Sozialverbände haben in Deutschland einen Missstand in der medizinischen Versorgung sozial Benachteiligter festgestellt. Besonders bei erwachsenen Schwerbehinderten ist die Versorgungslage defizitär.
Aus diesem Grund fand am 6. Februar 2009 im Roten Rathaus die Fachtagung "Gesunde Lebenswelten im Quartier - Prävention und Gesundheitsförderung partizipativ entwickeln" statt.
An der durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Fachstelle Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin) initiierten Fachtagung nahmen ca. 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sozialen Verbänden, Quartiersmanagements, Politik und Wirtschaft teil, um die Förderung gesunder Lebensstile in den Quartieren zu verbessern. Mit der Konferenz sollten im Rahmen des bundesweiten Aktionsplans "IN FORM" Impulse gegeben werden, um das Thema Gesundheitsförderung und Prävention in den Quartieren zu stärken und die Zusammenarbeit der Akteure und die Unterstützung auf Landes-, Bezirks- und Quartiersebene zu verbessern.
In 8 verschiedenen Workshops und Podiumsdiskussionen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung, erfolgreiche Konzepte und Praxisbeispiele der Gesundheitsförderung im Quartier kennen, brachten ihre Erfahrungen ein und kamen in den Austausch mit relevanten Partnern der Gesundheitsförderung in Berlin.
Im Einzelnen behandelten die Workshops der Veranstaltung - neben den Qualitätsanforderungen guter Praxis.- die Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten, die Zielgruppen Kinder und Familie, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und Arbeitslose.
An dem Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt" nimmt das Land Berlin mit 35 Gebieten teil. In der Vergangenheit genoss das Thema Gesundheit in den verschiedenen Interventionsgebieten sehr unterschiedliche Priorität, daher besteht ein erheblicher Handlungsbedarf, Voraussetzungen für die Förderung gesunder Lebensstile (insbesondere im Bezug auf Ernährung und Bewegung) und die Stärkung sozialer Netze in den Quartieren zu verbessern. Wünschenswert ist dabei die Nutzung der Ressourcen und Potenziale der Bewohnerinnen und Bewohner, um sie in die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens systematisch einzubinden.
Internet: www.gesundheitberlin.de
Text: A. Schröder und V. Schwarz (09.02.2009)
Elternzentrum Berlin e.V.: Elterncafe zum Thema Autismus und Erwachsenwerden
Berlin-Pankow, Mittwoch 28.01.2009
Zunächst wurde anlässlich des Filmfestivals "ueber Macht" - dessen lokaler Filmpartner das Elternzentrum ist - der Festivalbeitrag "Elle s’appelle Sabine" (deutscher Filmtitel "Ihr Name ist Sabine") gezeigt.
Die französische Dokumentation zeigte eindrucksvoll und ergreifend, welche negativen Folgen missbräuchlicher Einsatz von Medikamenten auf die Persönlichkeit eines Menschen haben kann. Dazu wurden private Aufnahmen, die vor dem Psychiatrieaufenthalt gedreht wurden, der Lebenswirklichkeit danach gegenübergestellt.
Im Anschluss wurde eine offene Diskussion zum Thema Autismus und Erwachsenwerden geführt. Insbesondere die Frage, wie Autisten ein weitgehend eigenständiges und selbstverantwortliches Leben nach der Kindheit und Jugend gewährleistet werden kann, stand im Vordergrund.
Weiterführende Links: www.elternzentrum-berlin.de und aspies.de
Text: Mirko Hübner (29.01.2009)
ueber Macht: Festivaleröffnung im Kino International
Berlin, Freitag, 16.01.2009, Kino International
Im Fokus des diesjährigen bundesweit in über 120 Städten statt findenden Filmfestivals der Gesellschafter stehen Machtstrukturen. Das Spektrum der Dokumentationen reicht von politischer, gesellschaftlicher und zwischenmenschlicher Kontrolle bis zur Machtausübung gegen den eigenen Körper.
Am Eröffnungsabend wurden Ausschnitte von allen Filmen gezeigt. Im Anschluss berichteten einige der Filmschaffenden über Intentionen und Beweggründe ihrer Werke. Die Zeit zwischen den einzelnen Beiträgen, wurde durch ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm aufgelockert.
Gelegenheit mit den Filmschaffenden ins Gespräch zu kommen, gab es im Anschluss der Veranstaltung im Foyer. Besonders herauszuheben ist, dass alle Beiträge einschließlich des Unterhaltungsprogramms simultan durch eine Gebärden-Dolmetscherin übersetzt wurden.
Alles in Allem war es ein anregender und informativer Abend.
Internet: www.ueber-macht.de
Text: Mirko Hübner und Kurt Lettmaier (19.01.2009), Mobidat
2008
Nachbetrachtung und Ausblick zum 14. Kongress "Armut und Gesundheit"
Berlin, 05. bis 06.12.2008, Rathaus Schöneberg
An der vom Gesundheit Berlin e.V. organisierten Tagung nahmen über 1.700 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Praxis teil. Ziel war ein Austausch über bewährte Konzepte und neue Lösungsansätze für eine nachhaltige Gesundheitsförderung.
Der Leiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Prof. Dr. Marmont stellte den aktuellen Bericht "Soziale Determinanten von Gesundheit" vor, aus dem ein klarer Zusammenhang zwischen Einkommen, Arbeit, Bildung und Teilhabe einerseits und Gesundheit andererseits deutlich wurde. Das Fazit dieses Berichts war, dass auch in der so genannten ersten Welt ohne soziale Gerechtigkeit keine allgemeine Gesundheitsförderung möglich ist. Die Armut nimmt nach der letzten OECD-Studie darüber hinaus in Deutschland deutlich zu. Jeder Zehnte ist inzwischen als arm zu bezeichnen. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar und die Schere zwischen arm und reich wird wohl auch in Zukunft weiter auseinander gehen.
Trotzdem lässt ein seit über 10 Jahren geplantes, bundesweites Präventionsgesetz wegen der Zerstrittenheit der Parteien und Interessengruppen weiter auf sich warten. Gesundheitliche Vorsorge muss endlich die lange geforderte vierte Säule der Gesundheitspolitik werden.
Die Quatiersmanagement-Projekte, die sich mit der Aufwertung sozial benachteiligter Stadtteile beschäftigen, nehmen auch zunehmend Gesundheitsprojekte innerhalb des Programms "Soziale Stadt" auf. Insbesondere die Einbindung von Projekten in bestehende Programme hat sich als erfolgreich erwiesen. Die Zunehmende Zusammenführung sozialer und gesundheitlicher Maßnahmen soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden.
Dem gegenüber wurden die wichtigen Aspekte der Psychischen Gesundheit (Mental Health) und Behinderung leider vernachlässigt. Nicht zuletzt aufgrund des dramatischen Anstiegs von Angsterkrankungen und Depressionen, die sich nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu den häufigsten Volkskrankheiten entwickelten, sollte diesem Bereich der Gesundheit in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Internet: www.gesundheitberlin.de
Text: Mirko Hübner (08.12.2008), Mobidat














