QUEER, GAY, SCHWUL
- Ganz normal anders - Das Schwule Museum am Mehringdamm
Ende Juni ist Berlin queer, gay und schwul. Dann leuchtet über Berlin der Regenbogen und vor den meisten Rathäusern der Stadt weht die Regenbogenflagge. Unsere Metropole wird dann noch bunter als sie es ohnehin schon ist. An den beiden letzten Wochenenden ist die Zeit der Schwul-Lesbischen Community.
Zehntausende Berliner, egal ob heterosexuell oder homosexuell, zieht es zum Nollendorfplatz. Dort findet das große schwul-lesbische Straßenfest statt. Eine Woche später gipfelt das ganze in den CSD - Christopher Street Day. Der CSD ist ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag, an dem die Schwulen und Lesben für ihre Rechte demonstrieren. Eine Mischung aus Demo, Party und Karneval.
Tausende Berliner stehen dann am Straßenrand und betrachten die bunte Mischung aus Lebensfreude, Farbenvielfalt und schwulem Selbstbewusstsein. Nicht wenige Passanten reihen sich ein und gehen mit bis zur Siegessäule im Tiergarten, wo die große Abschlusskundgebung mit viel Musik stattfindet.
Schwules leben hat es schon immer in unserer Stadt gegeben, allerdings mehr oder weniger offen.
Wer sich für die Geschichte des Schwulen Lebens in Berlin und Deutschland interessiert, dem sei ein Besuch des Schwulen Museums empfohlen. Es befindet sich am Mehringdamm, auf dem Hinterhof. Der Eingang liegt neben dem Café "Melitta Sundstrom".
Das Schwule Museum entstand aus einer Ausstellung, die es 1984 im Berlin Museum gab. Diese Ausstellung war so erfolgreich, dass daraus die Idee zur Gründung eines Museums entstand. Heute gehören zum Museum ein Archiv mit einer Sammlung von Dokumenten rund um die schwule Geschichte, Kultur und Alltag, sowie eine Bibliothek mit über 15.000 Bänden zum Thema Homosexualität.
Seit dem Jahre 2004 gibt es im Museum eine ständige Ausstellung zur Problematik "Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit - 200 Jahre Geschichte". Ergänzt wird diese Dauerausstellung durch ständig wechselnde Zusatzausstellungen, die einzelnen Aspekten und Personen gewidmet sind.
Text: Sven Przibilla
Den Link zum vollständigen Text im PDF-Format finden Sie später hier.