Von Weltwundern, Waschküchen und Torten
Ein Spaziergang durch Alt – Köpenick
Feste soll man feiern wie sie fallen, sagt ein Sprichwort und daran halten wir uns heute auch.
Vor 800 Jahren (genauer am 10.Februar 1209) erschien auf einer Urkunde des Markgrafen der Ostmark, Konrad II. von Meißen, das Wort "Copnic" und damit war der Geburtstag von Köpenick in der Geschichtsschreibung fest verankert, obwohl schon lange Zeit vorher (erste Funde gibt es von ca. 2000 v. Chr.) Menschen hier gelebt haben.
In diesen 800 Jahren ist Köpenick weltbekannt geworden und hat selbst mit einem eigenen Wort Eingang in die "Heilige Schrift der deutschen Sprache", den Duden, gefunden. Die "Köpenickiade", ist nichts anderes als Hochstapelei.
Zu verdanken hat Köpenick dieses Wort einem armen Schuster namens Wilhelm Voigt. Er kaufte sich beim Trödler eine alte Hauptmannsuniform, zog sie an, "schnappte" sich 10 Soldaten, die gerade von der Schwimmschulwache kamen und marschierte mit ihnen in das Rathaus von Köpenick. Hier verhaftete er den damaligen Bürgermeister Langerhans und den Kämmerer von Wittburg auf "allerhöchste Kabinettsorder", beschlagnahmte die Stadtkasse mit 4202,37 Mark und verschwand. Die beiden Arretierten ließ er zur "Neuen Wache" nach Berlin bringen. Als der Kaiser von diesem Streich hörte, so heißt es, soll er herzlich gelacht haben, genau wie die halbe Welt.
Das Rathaus ist Ausgangspunkt und Ziel unseres kleinen Spaziergangs durch die Altstadt von Köpenick. Diese liegt auf einer Insel, umrahmt von Dahme und Spree.
Köpenick mit seiner historischen Bausubstanz strahlt Gemütlichkeit aus.
Beim Flanieren durch die Altstadt können Sie die rekonstruierten Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert bewundern. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Schloss Köpenick mit einer beeindruckenden Silbersammlung.
Aber auch die Schlosskirche zeichnet sich durch eine architektonische Besonderheit aus, sie gilt als erster protestantischer Sakralbau Deutschlands.
Text: Sven Przibilla
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