Zweiradostalgie
Das 1. Berliner DDR Motorrad-Museum
Kürzlich bei einem Spaziergang ist mir aufgefallen, dass es anders riecht in Berlin, anders als vor 20 Jahren.
Der Zweitakterduft fehlt in der Stadt. Wenn heute einen Trabbi begegnet, dann schnüffelt man doch schon mal nach dessen Auspuffparfüm. Genauso ist es auch, wenn eine kleine "Simson" oder eine alte "MZ" im Berliner Verkehrsgewühl an einem vorbeiknattert. Dann stell sich im Kopf ganz automatisch eine sogenannte Ostalgie ein - Bilder kommen auf, als noch der Zweitakterduft die Straßen im Ostteil unserer Stadt schwängerte.
Doch mit der Zeit verblassen die Erinnerungen an die Fahrzeuge aus dem so genannten ersten Arbeiter- und Bauernstaat. Besonders die Bilder der Zweiräder, von denen es mehr gab, als man gedacht hätte.
Wer sich darüber informieren möchte, hat jetzt in der Nähe des Alexanderplatz, in den S-Bahn-Bögen direkt neben dem Berlin Carré, im ersten Berliner DDR Motorrad-Museum, Gelegenheit dazu. Er kann seine Erinnerungen auffrischen oder sich neue Erkenntnisse über den Motorrad- und Mofabau in der DDR holen. Wussten Sie, dass die MZ-Motorradproduktion 1992 von Zschopau in die Türkei verkauft wurde?
Auf 800 m Ausstellungsfläche kann man über 80 Modelle aus der DDR-Zweirad-Produktion bewundern.
Von der damals allgegenwärtigen "Simson" über liebevoll restaurierte "DKW's" bis hin zu den Modellen "Sperber" und "Spatz" findet man in diesem kleinen Museum die gesamte Palette der überaus reichen ostdeutschen Zweiradfabrikation.
So mancher Enkel bekam von seinem Großvater einen der so beliebten Simson-Typen vererbt, um die lange Wartezeit auf einen "Trabant" überwinden zu können...
Text: Sven Przibilla
Den vollständigen Artikel finden Sie im PDF-Format hier: 2009_03.pdf

