Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bei Pflegevedürftigkeit

Liegt eine anerkannte Pflegebedürftigkeit vor, können die Pflegekassen finanzielle Zuschüsse zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen gewähren.

Dazu gehören

  • Maßnahmen die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sind (z.B. Türverbreiterung, Installation von festen Rampen und Treppenliftern, Herstellung von hygienischen Einrichtungen, Erstellung von Wasseranschlüssen, individuelle Liftsysteme im Bad)
  • der Ein- und Umbau von Mobiliar, das entsprechend den Erfordernissen der Pflegesituation individuell hergestellt oder umgestaltet wird (z.B. motorisch betriebene Absenkung von Küchenschränken, Austausch der Badewanne durch eine Dusche)
  • oder im besonderen Einzelfall auch die Unterstützung bei einem der Pflege angemenssenen Wohnungswechsel (z.B. Umzug aus einer Obergeschoss- in eine Parterrewohnung).

Voraussetzung für die Bezuschussung ist ein Anspruch auf Geld- oder Sachleistung nach § 37 oder § 123 SGB XI. Der Zuschuss wird einkommensunabhängig gewährt. Die Zuschusshöhe beträgt bis zu 2557 Euro pro Maßnahme. Leben mehrere Pflegebedürftige zusammen in einer gemeinsamen Wohnung, hat jeder Einzelne einen Anspruch auf bis zu 2557 Euro. Pro Wohnung ist jedoch der Gesamtbetrag auf 10.228 Euro begrenzt und wird bei mehr als vier Anspruchberechtigten anteilig auf ihre jeweiligen Versicherungsträger aufgeteilt.

Der Pflegebedürftige trägt 10% der Kosten der Maßnahme selber, jedoch höchstens 50% seiner monatlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Ändert sich die Pflegesituation und werden weitere Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung notwendig, kann erneut ein Zuschuss beantragt werde.

Die Zuschüsse der Pflegekassen kommen nur in Betracht, wenn kein anderer Leistungsträger vorrangig zur Finanzierung verpflichtet ist (z.B. Kriegsopferfürsorge, Eingliederungshilfe oder Unfallversicherungen).

Wenn Sie Zuschüsse für die Wohnungsanpassung beantragen möchten, gilt für alle Kostenträger, dass Sie den Antrag vor Umbaubeginn stellen und dieser bewilligt ist.

Bei den Maßnahmen, die einen Eingriff in die bauliche Substanz des Gebäudes darstellen, ist vor Baubeginn die Genehmigung des Vermieters einzuholen. Wichtig ist, dass der Vermieter Sie von der Rückbauverpflichtung entbindet. Dieser Zusatz ist notwendig, damit Sie nach Ihrem Auszug beispielsweise die alte Badewanne nicht wieder einbauen müssen.